Auftakt im Grünen – der Frühsommer zu Hause
Als die Wiesen im Mai wieder voller Leben waren, konnte für mich der Sommer gar nicht schnell genug beginnen. Zwischen Gras und Blumen gab es so viel zu erschnüffeln, dass selbst die kleinsten Spaziergänge zu einer Entdeckung wurden. Und natürlich musste ich regelmäßig kontrollieren, ob meine Zweibeiner auch alle mitkamen.
Ende Juni waren wir erneut im Grünen unterwegs, bevor unsere größeren Ausflüge begannen. Das Schöne an solchen Tagen: Manchmal braucht es gar kein großes Reiseziel. Ein vertrauter Weg, Zeit zum Schnüffeln und mein Rudel reichen völlig.



Rügen im Mai – die Schaabe und der weite Ostseestrand
Wenige Tage später ging es nach Rügen, genauer in die Gegend von Glowe und der Schaabe. Hier ziehen sich Sandstrand, Dünen und Kiefernwald kilometerweit an der Ostsee entlang. Die Schaabe verbindet die Halbinseln Jasmund und Wittow und ist gerade wegen ihrer langen, weitgehend naturbelassenen Küste so besonders.
Ich hatte alle Pfoten voll zu tun: Der Wind brachte immer neue Gerüche vom Meer, im Sand ließ es sich wunderbar laufen, und hinter jeder kleinen Düne wartete bestimmt noch eine spannende Spur. Meinen Zweibeinern gefielen die offene Landschaft und der Blick über die Ostsee. Mir gefiel, dass wir zusammen unterwegs waren.


Juli an der Goitzsche – ein See mit Bergbaugeschichte
Im Juli zog es uns in die Gegend des Goitzschesees bei Bitterfeld-Wolfen. Heute gibt es hier breite Wasserflächen, Wege entlang des Ufers und viel Platz für Ausflüge. Dass diese Seenlandschaft aus einem ehemaligen Braunkohle-Tagebau entstand, ist kaum vorstellbar, wenn man am Wasser steht.
Zum weithin sichtbaren Bild der Goitzsche gehört der Pegelturm, der über dem See errichtet wurde. Auch wenn wir nicht jeden Aussichtspunkt besuchten, war die Landschaft für mich schon am Boden interessant genug. Im Schatten eine Pause machen, die Luft am Wasser genießen und meine Umgebung aufmerksam beobachten – ein perfekter Sommertag.


Augsburg – Renaissancebrunnen und eine besondere Wasserstadt
Ende Juli waren wir in Augsburg. Zwischen historischen Fassaden, Plätzen und Brunnen wirkte die Stadt ganz anders als die Landschaften, die ich sonst erkundete. Besonders das Plätschern der Brunnen zog mich an.
Augsburg besitzt ein außergewöhnliches Wassermanagement-System, das seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehört. Dazu zählen historische Kanäle, Wassertürme, Wasserwerke und die drei berühmten Renaissancebrunnen Augustusbrunnen, Merkurbrunnen und Herkulesbrunnen. Sie zeigen, wie wichtig Wasser schon vor Jahrhunderten für das Leben der Stadt war.
Während meine Zweibeiner das Stadtbild bewunderten, interessierte mich natürlich vor allem das Wasser. Für eine kurze Pause am Brunnen war ich jederzeit zu haben.




Im Ötztal – vom Stuibenfall in die Bergwelt
Kurz darauf wurde die Landschaft immer höher und eindrucksvoller: Wir waren im Tiroler Ötztal. Rund um Sölden, Längenfeld, Obergurgl und Vent wechselten sich Bergwiesen, klare Bäche, Felsen und hohe Gipfel ab.
Ein besonderes Naturschauspiel erwartete uns bei Umhausen: der Stuibenfall. Mit 159 Metern Fallhöhe ist er der höchste Wasserfall Tirols. Wenn solche Wassermassen über Felsen stürzen, merkt sogar eine neugierige Labrador-Dame, welche Kraft die Natur besitzt.




Weiter südlich zeigte sich das Ötztal von seiner hochalpinen Seite. Rund um Obergurgl und das Bergsteigerdorf Vent werden die Täler enger und die Gipfel mächtiger. Vent liegt auf etwa 1.900 Metern Höhe und ist ein traditionsreicher Ausgangspunkt für Bergwanderungen. Schon die Ausblicke waren eindrucksvoll; ich musste zwischendurch nur sicherstellen, dass meine Zweibeiner die vielen spannenden Gerüche am Wegesrand nicht übersahen.








Auch kleine Entdeckungen gehörten zu unseren Tagen in Tirol: Brunnen, geschnitzte Figuren, urige Gebäude und eine Begegnung mit einem hellen Pferd. Das war eindeutig größer als ich – entsprechend vorsichtig, aber neugierig betrachtete ich meinen neuen Bekanntschaftskandidaten.




Zurück an die Ostsee – Strandtage auf Rügen im August
Mitte August führte uns der Sommer erneut nach Rügen, diesmal in die Gegend von Binz und der Prorer Wiek. Dort gibt es breite Sandstrände und lange Wege an der Ostseeküste.
Binz ist für seine Bäderarchitektur und die Seebrücke bekannt. In der benachbarten Region Prora liegen außerdem das Naturerbezentrum und die monumentale, während der NS-Zeit begonnene Anlage von Prora – bemerkenswerte Orte mit sehr unterschiedlicher Geschichte. Unsere Erinnerung gehört aber vor allem den entspannten Tagen am Meer.
Nach den Bergen war der weiche Sand eine willkommene Abwechslung. Mal ging es ans Wasser, mal wurde gemütlich gerastet, und auch ein Zelt gehörte zu diesen Sommertagen. Ich fand: Ein guter Urlaub muss nicht immer aus großen Abenteuern bestehen. Es reicht, wenn meine Lieblingsmenschen dabei sind.





So abwechslungsreich war unser Sommer 2022: erst der Ostseewind, dann Stadtgeschichte und Bergluft – und am Ende wieder Sand unter den Pfoten.